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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: 17.000 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   Feb/März 2020
   
Editorial der Printausgabe
 
   

  

Liebe Leser,
  
  
bitte halten Sie vor dem Weiterlesen einen Moment inne und stellen Sie sich innerlich vor, wie es wäre, wenn sich jemand anderes jetzt Zeit für Sie nehmen würde.
Welches innere Bild entsteht bei Ihnen? Wäre es am schönsten, wenn dieses Zeitnehmen bedeutet, dass jemand einfach da ist, ohne zu reden? Wünschen Sie sich lieber eine Umarmung, ein offenes Ohr oder Begleitung um etwas zu unternehmen?
Achten Sie bei dieser Vorstellung auch mal bewusst auf Ihren Körper. Sie spüren dabei sicherlich Entspannung und ein Wohlgefühl, das sich überall ausbreitet.
Wenn jemand anderes ganz für uns da ist, mit seiner ungeteilten Aufmerksamkeit und Präsenz, dann tut das einfach rundum gut.
Und wenn Sie sich an solche Erlebnisse erinnern, dann reichte sicherlich mitunter auch schon ein kurzer Moment bewusster Zuwendung, um Ihnen auch langfristig Freude zu bereiten – oder?

       

Gundula Zeitz
   
  

 
 

Andererseits bedeuten solche Erinnerungen auch, dass es nicht immer selbstverständlich ist, dass sich andere für uns Zeit nehmen, weshalb wir uns an schöne Ausnahmen erinnern. Oder dass das Zusammensein mit anderen – ob in Familie, Freizeit oder auf Arbeit – nicht immer wirklich befriedigend ist, dass wir zwar viel mit anderen reden und gemeinsam unternehmen, aber uns dabei nicht wirklich gesehen und voll verstanden fühlen, sondern danach mitunter erschöpft sind und froh, wieder unsere Ruhe zu haben. Und dazwischen gibt es viele Nuancen.

Haben Sie Ihre Begegnungen mit anderen mal bewusst unter diesem Gesichtspunkt reflektiert?
Auch die Gegenseite – die eigene Aufmerksamkeit für andere?
Wie viel Zeit nehmen wir uns für andere? Für wen? Und wie bewusst sind wir dabei wirklich für den anderen da und nicht gleichzeitig noch mit eigenen Gedanken und Erledigungen beschäftigt?
Auch wenn es nicht leicht fällt, mir das einzugestehen, aber ich merke teilweise in meinen Begegnungen, dass ich nicht immer wirklich „da“ bin und dass es auch an mir liegt, wenn ich mich im Beisammensein nicht wirklich wohlfühle. Es hilft mir dann, dies anzusprechen, in mir das zu klären, was meiner Offenheit für andere im Wege steht, auch neue Kommunikationsweisen zu erlernen und zu üben – um beim nächsten Mal dann besser für den anderen da zu sein. Denn auch das tut gut!
Wir Menschen sind soziale Wesen – auch wenn der aktuelle Trend das individuelle Wohl des Einzelnen in den Vordergrund stellt. In Gemeinschaft, im wirklichen Miteinander geht es uns am besten und funktioniert auch unser Leben im Großen wie im Kleinen viel besser.

Insofern: Nehmen wir uns Zeit füreinander – zum Wohle von uns allen!


Mit herzlichen Grüßen

Gundula Zeitz

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