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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: 17.000 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   August/September 2018
   
Editorial der Printausgabe
 
   

  

Liebe Leser,
  
letztes Jahr fuhr ich eine längere Strecke mit dem Auto durch Deutschland. Die Straße war gut ausgebaut und es gab nur wenig Verkehr, so dass meine Sinne frei waren, mehr als den Asphalt wahrzunehmen. Kein Radio dudelte, nur manchmal hörte ich meditative Musik, die meine Wahrnehmung noch weiter öffnete.
Und es war faszinierend: Ich sah nicht nur die Landschaften, die an mir vorüberzogen, sondern ich fühlte sie. Jede hatte ihren eigenen Charakter, eine bestimmte Atmosphäre, ureigene Energie … Und wie sich dies änderte! Ich genoss es, all dies zu erspüren. Auch Ortschaften hatten teilweise ganz verschiedene Energien, obwohl sie dicht beieinander lagen. Ich machte mir einen Spaß daraus, schon am Ortseingang zu versuchen wahrzunehmen, wie es dem Ort ging. Das Befinden der Leute, ob z.B. glücklich zufrieden oder niedergedrückt durch hohe Arbeitslosigkeit etc. schlug sich auch in der Energie des Ortes nieder. Manchmal gab es einzelne kleine Stellen am Wegesrand, wo plötzlich eine ganz andere Energie als in der Umgebung herrschte, manchmal waren es fließende Übergänge. Manche Orte erfrischten mich und gaben mir neue Kraft, andere laugten mich eher aus.

       

Gundula Zeitz
   
  

 
 

Solche Unterschiede hatte ich auch schon früher wahrgenommen, aber auf dieser Reise habe ich mich ganz bewusst immer tiefer darauf eingelassen und war nicht abgelenkt durch Mitreisende, Verkehr etc. Mit dem Auto größere Strecken fahrend, nahm ich die übergeordneten feinstofflichen Strukturen der Landschaft wahr, zu Fuß die Details vor Ort.
Und ich entdeckte so viel Schönheit! Dies muss nicht immer im klassischen Sinn optische Schönheit sein, denn mit dem Öffnen der Wahrnehmung und dem Sich-Einlassen wird auch das Herz immer weiter und die tieferliegende Schönheit wird sichtbarer bzw., besser gesagt, fühlbarer.
Damit einher geht bei mir allerdings auch Schmerz über all die Verletzungen der natürlichen Schönheit. Wenn sich seelenlose Bauten aneinanderreihen, wenn natürlicher Boden nur von Beton bedeckt ist, wenn industriell bewirtschaftete riesige Felder keinen Platz mehr für einen Baum in der Mitte oder Hecken am Rand und damit die ganze Vielfalt von Flora und Fauna lassen, dann spüre ich eine geringe Energie an diesen Orten. Und das ist nicht nur für die Natur schade, sondern beeinflusst auch uns Menschen an diesen Orten – ob wir dies bewusst wahrnehmen oder nicht.
Genauso wie wir umgekehrt in (fast) unberührter Natur an Lebensenergie gewinnen und unserer inneren Natur leichter näherkommen können.
Mit der Anwendung unserer feineren Sinne – die jeder hat, auch wenn sie wie untrainierte Muskeln in schwachem Zustand sind – kann selbst der kleinste Spaziergang im Wohngebiet zu einer spannenden Entdeckungsreise im Aufspüren von (persönlichen) Kraftplätzen werden. Mit Übung können unsere Sinne immer feinfühliger werden. Wir können ganz andere "Welten" entdecken, als sie über die üblichen Sinne zugänglich sind, auch andere Dimensionen des Lebens und vielleicht sogar andere Wesenheiten und noch mehr … Und wir werden die Natur nicht als Objekt, sondern als ein Wesen und mit vielfältigsten Wesen wahrnehmen – und uns selbst als Teil dieser Vielfalt. Nicht vom reinen Wissen her, sondern als gefühlte Erfahrung. Auf diese Weise wird sich ein harmonisches Zusammenleben ergeben, ganz selbstverständlich – davon bin ich überzeugt. Und so wünsche ich Ihnen mit dieser Ausgabe auch neue Entdeckungen – von Kraftplätzen in nah und fern – und vielleicht auch die Anregung, selbst einen Kraftplatz anzulegen, einen Ort bewusst zu pflegen (das kann auch ein Blumenbeet sein) und damit zum Strahlen zu bringen.

  
Mit herzlichen Grüßen
Gundula Zeitz

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