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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: 17.000 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   Feb/März 2018
   
Editorial der Printausgabe
 
   

  

Liebe Leser,
  
  
wenn keine Gedanken in meinem Kopf herumschwirren, spüre ich keinen Stress, fühle mich nicht überlastet oder in einer Krise. Es kann viele praktische Probleme geben, schwierige Gesamtumstände … – aber ohne Gedanken, die die Situation als unerträglich einstufen, die sich um die Zukunft Sorgen machen, die nostalgisch oder auch beschuldigend-schimpfend auf die Vergangenheit zurückblicken, sind die Probleme einfach nur da. Sie berühren nicht meinen inneren Frieden.
Von dieser Weise des Seins berichten viele spirituelle Lehrer. Viele stellen sich dies als ein Leben vor, in dem es kein einziges äußeres Problem mehr gibt. Doch es ist nicht das Leben, das dann anders ist, sondern die Wahrnehmung des Lebens.

Wenn wir den Blick bei der Suche nach einem guten Leben ausschließlich auf die Beseitigung der äußeren Probleme legen, übersehen wir den eigentlichen Faktor: die innere Stille, die allem zugrunde liegt.
Sie kennen dies sicherlich: Sie gehen im Wald spazieren, nichts stört Ihren Weg – und trotzdem verspüren Sie (anfangs) keine innere Ruhe. Erst nach längerer Zeit, wenn Sie sich bewusst oder unbewusst gewahr werden, dass alles um Sie herum in Frieden ist, es keine äußeren Probleme mehr gibt, gelingt es ruhiger zu werden und sich zu entspannen.

       

Gundula Zeitz
   
  

 
 

Der Blick nach innen hat nichts mit dem Ausblenden von realen schwierigen Situationen zu tun. Denn diese holen uns eh wieder ein, wie man es kennt von der Rückkehr aus einem schönen Urlaub. Die Entspannung schlägt schnell wieder in Stress um, denn weder die äußeren Umstände haben sich während der Abwesenheit geändert, noch ist unsere innere Fähigkeit, damit gelassener umzugehen, gewachsen. Anders ist die Erfahrung, wenn wir uns in der Auszeit bewusst mit den Hintergründen für den empfundenen Stress auseinandersetzen, wenn wir etwas tun, um uns innerlich zu stärken, zu öffnen, wenn wir unseren Blickwinkel hinterfragen und vielleicht ändern, wenn wir neue Fähigkeiten fördern, mit Situationen, die uns früher überforderten, künftig anders umzugehen.

Es ist ein menschlicher Entwicklungsprozess mit vielseitigen Auswirkungen: je mehr innere Ruhe wir haben, desto besser können wir mit komplizierten Situationen umgehen. Wir werden manche Probleme und deren tieferliegende Ursachen sogar deutlicher erkennen und haben aus der Ruhe heraus mehr Kraft, uns engagiert für ein besseres Leben auf der Welt einzusetzen. Wenn wir entspannter sind, können sich auch unsere Mitmenschen mit uns mehr entspannen. Das wiederum ermöglicht gemeinsame neue Wege unseres (Alltags-)Lebens – privat wie kollektiv. Und das braucht unsere Welt doch zurzeit sehr.

Manchmal gibt es Momente der Gnade, in denen die Gedanken zur Ruhe finden, ob kurzzeitig oder dauerhaft. Meist ist es ein Ergebnis der inneren Entwicklung, des Herausfindens und Klärens all der vielfältigen Ursachen für Stress. Des Erkennens, wo unserer natürlicher Lebensfluss blockiert ist und der Stau sich dann auf körperlicher, emotionaler oder mentaler Ebene ausdrückt – mit wechselseitiger Beeinflussung. Das ist bei jedem individuell und die Beiträge dieser Ausgabe können Ihnen helfen, das für sich herauszufinden. Außerdem zeigt Ihnen diese Ausgabe viele Angebote auf, die sie unterstützen können, Ihre innere Ruhe zu finden. Nehmen Sie auch mal Hilfe an, wenn Sie sonst lieber alles allein lösen (müssen). Unterstützendes Miteinander – professionell und privat – ist mit die beste Medizin.
  

Mit herzlichen Grüßen
Gundula Zeitz

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