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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: 17.000 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   Aug/Sep 2017  

  
  
Für Angst offen? - Sein!
 

von André Buchheim

 

Angst und Offenheit sind Antagonisten. Zwischen den Wörtern Angst und Enge besteht ein Verwandtschaftsverhältnis. Angst macht klein und verschließt. Doch Angst ist vor allem eines: ein Bewusstseinszustand des Egos. Warum sollte ich dafür offen sein?
Das Ich nimmt sich getrennt in der Welt wahr und hat Angst vor allem Gegenüber, das es nicht kennt. Angst ist also ein Phänomen, welches Dualität benötigt, um zu existieren. Sie muss uns in der Dualität halten, um selbst überleben zu können, und das tut sie über das Ego und die Identifikation mit ihm.

Das heißt, wir identifizieren uns mit etwas Vergänglichem, gleichzeitig ist die Vergänglichkeit das, wovor wir uns am meisten fürchten. Und dieser gewissermaßen paradoxe und schräge Zustand, der, um ihn nicht wahrzunehmen, nach Betäubung durch materiellen Sinngenuss schreit, den nennen wir Ego. Dieses kann sich in allen möglichen Masken zeigen. Doch einen Begleiter hat jedes Ego, das ist die Angst. Dabei ist die Angst nichts reales, sondern wird nur durch das Bewusstsein kreiert. Stell dir vor, du kommst zum Arzt um den Hundebiss behandeln zu lassen, den dir der Hund zugefügt hat, mit dem du dir lediglich vorgestellt hast, Gassi zu gehen. Und dieses verrückte Verhalten ist für das Ego jedoch normal. Und jeder, der mit seinem Ego identifiziert ist, verhält sich so widersprüchlich, geht mit der imaginären Angst spazieren und lässt sich von ihr führen.
 

 

André Buchheim -  Zentrum Lebensquell Dresden

  
 André K. Buchheim
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Bin ich für Angst offen, lade ich sie zu mir ein. Und bewusst oder unbewusst strahle ich sie dann auch in die Welt hinaus. Und meine Ausstrahlung kreiert meine Realität. Es ist wie eine Frequenz, die ich einspeise ins Gesamtsystem. Und aus dieser Resonanz und Anziehungskraft erschaffen wir kollektiv eine Welt der Angst. Und so, wie eine rote Lampe nur rotes Licht abgegeben kann, kann auch die Angst nur Angst gebären. Offenheit erschafft den Kanal, in welchem sich die Energie dann ausbreitet. Und wo der Fokus ist, fließt die Energie hin. Wer offen ist für Angst, nährt sie.

Doch nun künde ich die frohe Botschaft: Das Zeitalter der Angst neigt sich dem Ende zu. Denn in der neuen Zeit, die kommen soll, wird es keinen Grund mehr geben für Angst. Doch hat das Ganze auch einen Haken. Die neue Zeit wird erschaffen vom neuen Menschen, der sich eines neuen Bewusstseins bedient, welches frei ist von den Fesseln der Angst. Und doch macht den Menschen nichts mehr Angst, als dieser angstfreie Zustand. Und von diesen neuen Menschen brauchen wir massenhaft, 10 Prozent der Weltbevölkerung wären wünschenswert.

Es ist der nächste evolutionäre Schritt, uns dieses neuen Bewusstseinszustandes zu bedienen. Schon vor Jahrtausenden haben einige ihn erreicht, Jesus oder Buddha zum Beispiel, und gepredigt. Jetzt ist die Menschheit überreif dafür, und dennoch nicht bereit. Wir wären damit die erste Spezies dieses Planeten, die sich bewusst für einen evolutionären Schritt entschieden hätte. Und damit ihrer evolutionären Entwicklung eine eigene Richtung verleiht. Wie kommen wir dahin? Durch die Spiritualität, vielmehr ein spirituelles Leben. Denn es geht um die Ausbildung eines spirituellen oder, wie ich es nenne, Gottesbewusstseins, eines erleuchteten Geistes, eins zu werden mit der Ewigkeit und der Gemeinschaft der Heiligen. Und die bewusste Entscheidung hierzu. Denn Spiritualität ist harte Arbeit an sich selbst, um sich selbst erkennen und schließlich voll und ganz lieben zu können.

Hierzu müssen wir das Licht unseres Herzens, unser Mitgefühl, entdecken und leben. Wir sollten demütig diesem Licht folgen, es stärken und dann aufsteigen lassen, bis sich unser Geist erleuchtet. In diesem Zustand ewigen Friedens ist man eins mit Allem, nichts gibt es mehr, was einen ängstigen könnte. Doch beginnen wir mit dem ersten Schritt.
Statt uns also trennender Muster zu bedienen, lass uns die einenden Kräfte der Liebe nutzen. Liebe verbindet, sie heilt und sie hat Ewigkeit, sie ist unvergänglich. Gott ist Liebe. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Von allen Möglichkeiten, die du wählen kannst, ist der Weg der Liebe immer der Beste und damit allen Anderen vorzuziehen.

Wenn es jedem möglich ist, die Welt aus einer Perspektive der Liebe zu betrachten, sie unter der Ägide der Liebe zu verwalten, allem in Liebe zu begegnen, warum tut er es dann nicht? Und wenn es dir ebenso möglich ist? Wovor hast du Angst?

Es ist eine einfache Entscheidung: Für Angst öffnen oder die Liebe sein. Ich rufe dazu auf, verlasst die unterdrückenden, verletzenden und kleinmachenden Ebenen der Angst und dient der Dunkelheit nicht mehr, sondern wählt die erlösende, heilende und erhöhende Kraft der Liebe und dient dem Licht. Und wer die Liebe wählt, dient dem Sein und Allem. Und damit auch Gott.

Also erhöhe dein Bewusstsein und verbinde dich mit der Quelle allen Lebens. „Darum trage Sorge, dass sich dein Geist erhelle und nicht verfinstere, so wird dir das Lichtkleid angetan und du findest Liebe und Gerechtigkeit in den Augen des Herrn.“, aus dem Buch Acharat.

Dann erschaffen wir gemeinsam mit der Hilfe des Lebendigen die neue Gesellschaft, in der niemand mehr Angst haben muss. Dann beginnt die neue Zeit – es liegt an uns.

Abschließen möchte ich mit den Worten, die Gott und seine Boten immer wählen, wenn sie in Erscheinung treten: Fürchte dich nicht! Denn es gibt keinen Grund zur Furcht.