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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: 17.000 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   April/Mai 2017
   
Editorial der Printausgabe
 
   

  

Liebe Leser,
  
wie real ist diese Zeitschrift, die Sie gerade in den Händen halten? Absolut real, werden Sie wahrscheinlich sagen: "Ich kann Sie anfassen, sehe Worte und Bilder …" Daran wird wohl kaum jemand zweifeln – oder?

Wenn es aber um Details geht, wird es etwas schwieriger. Fragen Sie mal jemand anderen, wie er näher beschreibt, was er in den Händen hält, wie sich das Papier anfühlt, die Farben aussehen … Dabei kommt es oft schon zu leichten Abweichungen. Und dann der Inhalt: Wie beschreiben verschiedene Leute, was sie gerade gelesen haben? Jetzt werden die Unterschiede größer.
Welche der Beschreibungen gibt die Realität wider? Und ist für ein Kind, das noch nicht lesen kann, der gleiche Text ebenso real? Falls Sie jetzt Ja sagen: wie real sind für Sie dann z.B. visionäre Bilder, von denen Ihnen jemand mit vollster Überzeugung erzählt, die Ihnen selbst aber völlig verrückt vorkommen? Irreal, nur weil Sie selbst keine sehen?
Früher waren die Menschen überzeugt davon, dass die Erde flach ist, heute lachen wir darüber – aber sehen unsere Augen beim Blick in die Landschaft heutzutage wirklich etwas anderes als die Augen unserer Vorfahren?
   

       

Gundula Zeitz
  

 
 

Unsere Wahrnehmung der Realität wird von so vielen Faktoren beeinflusst: Sinneseindrücken, erlerntem Wissen, kollektiven Sichtweisen und Erfahrungen, an denen wir uns orientieren, aktuellen Emotionen, Denk-Gewohnheiten, Lebenserfahrungen, bewussten oder unbewussten Einflüssen von außen und, und, und …
Meist spielt dabei auch die Frage nach richtig oder falsch die entscheidende Rolle. Es gibt nur "entweder oder".
Was wäre, wenn "sowohl als auch" gelten würde? Es nicht DIE eine richtige Realität geben würde, sondern viele Wirklichkeiten? Wenn die scheinbare Realität sich immer wieder anders zeigen würde – abhängig von uns selbst?

Da beginnt der Kopf zu schwirren und man ist froh, mit dieser Zeitschrift wenigstens reales festes Papier in den Händen zu halten, etwas eindeutig Materielles.
Und wenn der Physiker jetzt aus seiner Sicht heraus erläutert, dass diese scheinbar feste Materie eigentlich zum größten Teil aus Nichts besteht, nur mit ein paar Atomen darin?

Einerseits ist es wohl gut, wenn wir nicht ständig darüber nachdenken und einer gemeinsamen Basis von "definierter Realität" vertrauen. Andererseits lohnt es sich, sich mit diesem Thema einmal intensiver zu beschäftigen und sich selbst, sein eigenes Leben, das Leben um einen herum und das Leben an sich ganz neu zu betrachten.

Was wäre, wenn es keine feststehende, bleibende Realität geben würde? Neben dem Aspekt von Unsicherheit könnte sich ein Raum von spielerischem Erschaffen eröffnen, unendliche Möglichkeiten, fantasievolle Vielfalt, immer wieder staunendes Entdecken …
Und dies wäre uns nicht einmal völlig fremd. Schauen Sie mal kleinen Kindern beim Spielen zu …

Viel Spaß beim Entdecken dieser Ausgabe wünscht ihnen herzlich


Gundula Zeitz

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