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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: 17.000 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   Juni/Juli 2016
   
Editorial der Printausgabe
 
   

  

Liebe Leser,
  
was assoziieren Sie mit Querdenken?

Als ich Ende letzten Jahres die Titelthemen für 2016 auswählte, hatte ich ursprünglich nur dieses Wort notiert. Für mich war Querdenken mit der spielerischen Freude und dem Abenteuer verbunden, etwas Neues auszuprobieren, zu versuchen etwas Bekanntes unter ganz anderem Blickwinkel zu betrachten oder im Gespräch mit anderen eine plötzliche Erkenntnis oder Inspiration zu erhalten, zu der ich auf "normale" Weise nie gekommen wäre.
Ich war damals erstaunt, dass andere Leute Querdenken eher mit ablehnender Antihaltung und bewusster Störung durch andere Gedanken verbanden.
So gesellte sich das Wort "kreativ" hinzu, um eindeutig zu zeigen, was gemeint ist. Kreieren bedeutet Schöpfen und echtes Querdenken ist ein sehr schöpferischer Prozess. Es entspringt einem schöpferischen Moment, den man nicht mit dem Verstand planen kann, und es führt zu neuen Kreationen, die nicht immer materiell sein müssen. Auch eine neue Erkenntnis kann sehr erfüllend sein.
Das Anti-Querdenken ist mehr oder weniger bewusst geplant – und wer fühlt sich danach wirklich zufrieden?
  

       

Gundula Zeitz
  

 
 

Warum kommen wir überhaupt auf die Idee, Querdenken negativ zu sehen? Ist uns die Antihaltung einfach vertrauter, gewohnter, und leben wir nur selten den schöpferischen Aspekt voll aus?
Und noch weiter gefragt: Warum brauchen wir überhaupt den Begriff "Querdenken" zur Unterscheidung vom "normalen" Denken? Denken an sich ist doch nicht an Richtlinien und Begrenzungen gebunden.

Die Sprache macht bewusst, wie sehr wir uns selbst begrenzen oder begrenzen lassen. Sie zeigt, wie wir uns von Kreativität im Alltag offenbar so weit entfernt haben, dass wir dies extra mit Worten betonen müssen, statt es als Selbstverständlichkeit zu leben. Und dass viele mit Kreativität nur besondere künstlerische Arbeiten oder das Wirken von Genies verbinden und dies mit dem Hinweis "das ist nichts für mich" ablehnen.
Das ist schade, denn damit erschweren wir uns nicht nur all die Problem-Situationen im Alltag, die neuer Lösungen bedürfen, sondern wir verpassen vor allem sehr viel Lebensfreude, laute und stille Begeisterung, die mit dem Erschaffen von etwas Neuem oder dem individuellen Lösen eines Problems einhergehen. Jeder kennt diese Gefühle und wenn sie aus lange zurückliegender Kindheit sind. Aber warum sollen wir nicht auch als Erwachsene Spaß an neuen Lösungen, an Kreativität und freiem Denken, "Querdenken", haben? Bringt uns der Ernst des Lebens wirklich weiter als die Freude am freien Kreieren, wo zumindest in Gedanken alles möglich ist und dann öfter als angenommen auch in der Materie?

Wenn Sie diese Ausgabe lesen, werden Sie sicherlich einige neue Quer-Gedanken gewinnen und Lust bekommen, dies im Alltag freier zu leben, bzw. in ihrem schon kreativem Lebensstil bestärkt werden. Sie können gute Adressen finden, wenn Sie Unterstützung auf diesem Weg suchen, und interessante Projekte und Veranstaltungen zur eigenen Inspiration und Weiterentwicklung.
  

Viel Spaß dabei wünscht Ihnen
Gundula Zeitz

 

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