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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: 17.000 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   Okt/Nov 2015
   
Editorial der Printausgabe
 
   

  

Liebe Leser,
  
wenn ich in der Natur bin, spüre ich den friedlichen Zustand, in dem sie ist. Dies ist kein Frieden im Sinne von Abwesenheit von Kampf, Tod und Problemen, sondern ein Frieden, der sich aus dem natürlichen, vorbehaltlosen Mitfließen mit dem Leben ergibt – so wie es kommt. Es gibt teilweise heftige Stürme … und die Bäume bewegen sich mit ihnen. Manchmal brechen und fallen sie … und dienen dann als Lebensgrundlage für Moose, Pflanzen, Insekten. Dürren oder Hochwasser lassen Pflanzen sterben … und etwas Neues, noch Frischeres wächst später nach. Tiere fressen und werden gefressen … Dieser Frieden ist nicht das Gegenstück zu Krieg, sondern die Bezeichnung für eine Harmonie jenseits von den herkömmlichen Begriffen Krieg und Frieden.

Wenn ich meine Augen schließe und bewusst nach innen spüre, entdecke ich oft anderes: körperliche Anspannung, innere Diskussionen mit mir selbst und anderen über das, was richtig und falsch ist, Kämpfe oder Resignation.

       

Abheeti Gundula Zeitz
  

 
 

Indem ich dies beobachte, fangen mein Körper und meine Gedanken an, sich langsam zu beruhigen. Irgendwann spüre auch ich die oben beschriebene Harmonie in mir, werde zuFrieden. Nicht im passiven, übersättigten Sinn – dieser innere Frieden kann je nach Situation auch eine kräftige Welle an Handlungsenergie mit sich bringen, jetzt auf Basis von Ruhe und klarerem Erkennen dessen, was wirklich los ist und wirklich gebraucht wird.

Auf politischer Ebene sind wir fast ständig mit dem Thema Krieg und Frieden konfrontiert. Unsere Geschichtsschreibung besteht aus fast nichts anderem als dem kämpferischen Hin und Her zwischen Völkern und Kulturen. Durch Kriegsflüchtlinge rückt das Thema aktuell noch näher an uns heran und zeigt uns, dass der Frieden, den wir uns in Deutschland erarbeitet haben, noch nicht auf allen Ebenen existiert. Manches war nur ein Burgfrieden, der unter äußerem Druck bröckelt. Gewohnte Lösungsrezepte bringen nicht mehr viel. Und der Kampf von „guten“ Friedensaktivisten gegen „böse“ Kriegstreiber hat im Rückblick der Geschichte auch keine ultimative Wende bewirkt. Die Energie von Kampf steckt noch in uns – egal auf welcher Seite wir uns bewegen. Auch die spirituelle Suche nach einer neuen Welt basiert mitunter auf Kampf – gegen negative Energien, gegen die Dunkelheit etc. Wenn wir kulturell und familiär so erzogen wurden, gelingt es uns oft ganz gut, immer freundlich und gewaltfrei aufzutreten. Bei näherem Hinsehen bemerken wir dann aber Gewalt z.B. im Umgang mit uns selbst, mit unserem Körper oder auch im größeren Maßstab gegenüber unserer Umwelt.

Unser Leben ist so vielfältig und ebenso vielfältig sind die Ausdrucksformen von Krieg und Frieden. Auch wenn wir aktuell den praktischen Problemen mit diesem Thema oft ratlos gegenüberstehen, wenn es kein dauerhaftes Richtig und Falsch gibt, so können wir doch – jeder für sich selbst – anfangen bzw. weitermachen, mit der Klärung dieses Themas: in unseren Beziehungen, im Verhältnis zu uns selbst, zur Umwelt, … und gemeinsam auch die aktuellen politischen Fragen lösen. So, dass natürliche Harmonie zur Basis von allem wird.



  
Mit herzlichen Grüßen
Gundula Zeitz

 

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