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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: >16.500 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   April/Mai 2015
   
Editorial der Printausgabe
 
   

  

Liebe Leser,

vorhin hat mich Musik vom Schreibtisch förmlich weggezogen – ich musste mich einfach bewegen und die Noten durch meinen Körper fließen lassen, ihnen im freien Tanz Ausdruck verleihen. Noch jetzt spüre ich das Pulsieren im Körper – lebendig, kraftvoll und entspannend zugleich. Ich bin dem aktuellen Titelthema „Sich selbst im Tanz erleben“ dankbar, hat mich dies doch dazu gebracht, dem natürlichen Impuls nach Bewegung wieder mehr nachzugeben. Und es ist nicht nur die Bewegung für sich, die das Leben (wieder) (mehr) pulsieren lässt, sondern die Hingabe an die jeweilige Emotionalität der Musik, das Zulassen des eigenen Berührtwerdens und das Ausdrücken dessen durch den Körper. Die Gefühle, die mit der Musik transportiert werden, rufen Gefühle in mir wach – was Freude oder zarte Sanftheit aber auch Wut und Wildheit sein können. In der Bewegung fällt es mir leichter, all dies anzunehmen und im Fluss zu halten bzw. zu bringen, als wenn ich nur still dasitze.

       

Abheeti Gundula Zeitz
  

 
 

Im Tanz kann ich auch Gefühlen Ausdruck verleihen, für die sonst wenig Raum ist – ich kann aggressiv sein oder auch verzweifelt, ich kann Wut aus mir herausschütteln oder auch jauchzende Freudensprünge machen, ohne andere damit zu überwältigen oder durch Zurückhalten mich selbst zu verhärten.
Im Tanz kann ich Sinnlichkeit leben.
Im Tanz kann ich spielen – mit Gefühlen, mit Rollen und – wenn ich mit anderen zusammen tanze – dieses Spiel noch erweitern durch die Entdeckung des/der anderen. Beim Tanz in einer Gruppe kann ich mich selbst erleben als Teil eines größeren Ganzen, beim Paartanz kann ich Beziehungsdynamiken entdecken … Egal, ob allein oder mit anderen zusammen – je intensiver und ehrlicher ich mich darauf einlasse, desto mehr wird bewegt – körperlich und auch auf vielen anderen Ebenen. Und diese Bewegung ist es, die uns lebendig macht und hält.

Ich finde es schade, dass wir diesem natürlichen Impuls, unser Leben durch Tanz in Bewegung zu halten oder – wenn es mal ins Stocken geraten ist – wieder in Schwung zu bringen, im Alltag meist wenig Raum geben. Viele verbinden Tanz zu häufig nur mit festen Regeln und Techniken und meinen dann, nicht tanzen zu können. Selbst bei Festen wird immer weniger getanzt, wenn man von Diskotheken für junge Leute mal absieht. Um sich für das Tanzen (wieder) zu öffnen, hilft ein Blick auf Kinder, die sich bei Musik ganz natürlich bewegen. Und gegen die Scham, sich vor anderen tanzend zu zeigen, kann man ja langsam damit beginnen, allein zu Hause sich vom Rhythmus einer Musik mitreißen zu lassen und dann vielleicht mal einen Tanzabend oder Kurs mit Gleichgesinnten zu besuchen und schrittweise zu spüren, wie gut das tut.
In dieser Ausgabe finden Sie dazu viele Anregungen. Und vielleicht treffen wir uns ja bei einem der Angebote, denn auch mich hat das Tanzfieber wieder gepackt …  

  
Mit herzlichen Grüßen
Gundula Abheeti Zeitz

 

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