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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: >16.500 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   Dez 14/Jan 2015
   
Editorial der Printausgabe
 
   

  

Liebe Leser,

Das Thema Tod und Sterben ist heutzutage Gesprächsstoff und Tabu zugleich. Wir reden darüber relativ offen und locker, wenn es um andere (nicht unmittelbar emotional Nahestehende) geht oder etwas, was für uns noch in der Ferne liegt, oder – in spirituellen Kreisen – wenn Sterben als Prozess, als abstraktes „Loslassen“ betrachtet wird. Rückt der Tod jedoch näher an uns heran, wird es schwierig. Wir werden einsilbiger, möchten den Tod nicht „herbeireden“ – nicht für uns und nicht für andere. Angst kommt auf und versteckt sich teilweise unerkannt. Selbst sonst aufgeschlossene Menschen zeigen Bedenken, wenn ein Aspekt berührt wird, der für Sie persönlich mit dem Thema auf negative Weise verbunden ist. Dies ist verständlich, wird doch der Tod heutzutage allgemein mit Trauer und Leid verbunden, was in unserer Kultur nicht mitten ins Leben passt, sondern (ob mit oder ohne Würde) einen extra Platz daneben einnimmt.
Ich finde dies schade. Ich sehe, dass daraus ein Kreislauf von Problemen entsteht, die nicht sein müssten. Je weiter weg der Tod, das Sterben, die Trauer sind, desto größer wird das Unbekannte. Vor Unbekanntem haben wir Angst, diese bewirkt Anspannung, die wiederum Leiden hervorruft, seelisches und körperliches, was uns bestärkt, dies fern von uns zu halten, usw.
  

       

Abheeti Gundula Zeitz
  

 
 

Möchten Sie unter solchen Umständen sterben?
Und möchten Sie unter solchen Umständen leben?

Helfen kann ein bewusster Schritt aus diesem Kreislauf heraus: Sich informieren über Tod und Sterbeprozess. Die eigenen Ängste anerkennen und hinterfragen, was wirklich dran ist. Vielleicht ganz bewusst beim Sterben eines Angehörigen oder Freundes dabei sein und beobachten, was wirklich passiert: dass die Seele den Körper verlässt und nur die physische Materie endet bzw. sich letztlich auch nur in andere Stoffe umwandelt, aber das, was wir wirklich sind, bleibt und lediglich in eine andere, körperlose Dimension übergeht. Wir können prüfen, was uns daran hindert, dem Tod zu vertrauen, uns auf ihn einzulassen. Gibt es noch Dinge, die für uns ungetan, ungesagt, ungefühlt … sind und wir deshalb noch nicht in Ruhe Abschied nehmen können – vom eigenen Leben oder dem anderer? Manchmal ist es etwas, was noch konkret abgeschlossen werden kann, vieles ist nur eine Frage des inneren Loslassens in Akzeptanz des Nicht-Perfektseins des Lebens. Auf diese Weise kann man schon im Leben das Sterben üben.
Das körperliche Sterben wird dann leichter und entspannter geschehen können und durch das geistige „Sterben“ schon vor dem Tod zeigt sich auch das eigentliche Leben entspannter und freier.

Ich wünsche, dass diese Ausgabe dazu beiträgt, dass der Tod wieder als Einheit mit dem Leben verstanden wird, dass auch dieses Thema ganz normal zur Weihnachtszeit passt und die Angst davor schwindet – in Ihnen und durch Sie, indem Sie mit anderen darüber sprechen, sie begleiten, indem wir gemeinsam üben …


Abheeti Gundula Zeitz

 

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